May 18, 2016

Schlussworte (humorvoll)

Um meinen alten Kumpel Christian habe ich mir noch nie wirklich Sorgen gemacht. Er ist einer, der immer auf den Füßen landet. Sorgen machen muss man sich vielmehr um Steffi – und zwar wenn gleich der Brauttanz losgeht. Denn erfahrungsgemäß wird Christian dabei mehr als einmal auf ihren Füßen landen.

 

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Gleich nach dem Nachtisch wird das Licht heruntergedreht und die Musik wird aufgedreht. Ich gehe davon aus, dass die meisten von euch vorhaben, heute Abend noch lange zu tanzen und zu feiern. Steffi und Christian haben jetzt die Ringe an den Fingern, und ihr habt morgen hoffentlich alle Ringe unter den Augen.

 

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Irgendwann in seiner Rede wird vom Trauzeugen erwartet, dass er etwas Geistreiches über die Rolle des Bräutigams als Ehemann sagt. Ich will es versuchen und werde mich dazu einer Analogie bedienen aus einem Bereich, in dem ich mich auskenne: Fußball.

 

Ehemann zu sein, ist ähnlich wie Fußballfan zu sein. Du stehst zu ihr in guten und in schlechten Zeiten, teilst mit ihr die Siege und die Niederlagen, und du hoffst die ganze Woche darauf, dass es am Wochenende für eineinhalb Stunden richtig aufregend wird.

 

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Als ich Steffi und Christian zum ersten Mal zusammen erlebt habe, ist mir eines sofort aufgefallen: Sie behandelt ihn überhaupt nicht so, wie er es eigentlich verdient hätte. Ich habe zu mir selbst gesagt: Mensch, hat der ein Glück!

 

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Wenn man sieht, wie ein Mann einer Frau feierlich die Tür seines Autos öffnet, damit sie bequem einsteigen kann, dann geschieht das normalerweise aus einem von zwei Gründen: Entweder ist das Auto neu oder die Frau ist neu.

 

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Zum Abschluss möchte ich noch kurz eine SMS vorlesen, die ich gerade eben von Christians Karriereberater bekommen habe. Hier steht: „Lieber Christian, ich gratuliere dir zu deiner Hochzeit. Natürlich werde ich dir auch in Zukunft gerne helfen, in deinem Beruf voranzukommen. Doch ab heute gilt: Egal wie oft du deinen Job wechselst, dein Boss wird ab jetzt immer gleich bleiben.“

 

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Zum Abschluss möchte ich noch kurz einen Brief vorlesen, den Christian gestern von einer Firma in Norddeutschland bekommen hat. Hier steht: „Sehr geehrter Herr Berger, wie wir Ihnen schon auf Ihre fünf vorherigen Anfragen mitgeteilt haben, gibt es bei uns keine Ermäßigung für verheiratete Männer. Von zukünftigen Anfragen bitten wir abzusehen. Alles Gute zur Hochzeit. Ihre Brauerei Flensburger.“

 

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Ich möchte noch kurz eine SMS vorlesen, die ich heute bekommen habe und die eigentlich an Steffi gerichtet ist. Hier steht: „Liebe Steffi, herzlichen Glückwunsch zu deiner Hochzeit. Wir hoffen, du hast eine schöne Feier. Doch nur zu deiner Info: Ab nächster Woche gehört Christian samstags wieder uns. Viele Grüße, dein FC Bayern München Fanclub Straubing e. V.“

 

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Ich möchte zum Schluss noch kurz einen Brief vorlesen, der mir heute in die Hände fiel und der eigentlich an Christian gerichtet ist. Hier steht: „Lieber Christian, wir wünschen dir eine tolle Hochzeitsfeier. Schade, dass deiner Braut unser Angebot für das Hochzeitscatering nicht gefallen hat. Ich denke, wir werden trotzdem eng in Kontakt bleiben. Herzlichen Glückwunsch. Dein Izmir Döner aus der Bahnhofstraße.“

 

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Zum Schluss habe ich noch eine wirklich gute Nachricht zu verkünden, die ich gerne mit euch allen teilen möchte. Ich habe hier einen Brief von Herrn Vim van Gool. Herr van Gool betreibt einen Bauernhof im holländischen Scheveningen, gleich in der Nähe des Hotels, in dem wir bei Christians Junggesellenabschied übernachtet haben. Herr van Gool schreibt: „Sehr geehrter Herr Berger, die Kuh hat überlebt. Wir werden Sie nicht verklagen.“ Über Einzelheiten wird Christian auf Nachfrage sicher gerne nach dem Abendessen Auskunft geben.